Eine Mentorin hilft einem Schüler und einer Schülerin beim Programmieren.

St.-Willibrord-Gymnasium

Bitburg / Webseite
26. bis 28. Januar 2021

Die zweiten Hackdays am St.-Willi

Sieben Prototypen sind bei den zweiten Hackdays am St.-Willibrord-Gymnasium entstanden. Die Schüler*innen erklären selbst, weshalb ihr Hack den Schulalltag verbessern könnte:

Die Klassenkiste
Da es in unserer Klasse oft sehr stickig und laut ist, kam uns die Idee zu dieser glorreichen Konstruktion. Zu unserem Problem passend hat sie einen Luftqualitätssensor und einen Lautstärkesensor. Je nach Luftqualität wird auf einem der zwei LCD-Bildschirme angezeigt, ob die Luft gut, normal oder schlecht ist. Und wenn die Lautstärke im Klassenraum über einen bestimmten Richtwert steigt, wird auf dem anderen LCD-Bildschirm „Lautstärke senken“ angezeigt. Nun planen wir noch das Design der Klassenkiste zu verändern und weitere Elemente hinzuzufügen, zum Beispiel ein automatisches Lüftungssystem oder einen Summer als Alarm.

Synthesizer 4000 ½
Wir kamen auf die Idee den Synthesizer zu bauen, da unsere Schule einen anschaffen wollte. Gute Synthesizer kosten aber sehr viel Geld und dieses Geld wollten wir einsparen. Wir haben eine Klaviertastatur aus Holz gebaut und Reißzwecken unter den Tasten angebracht. So wird bei Betätigung der Tasten ein Stromkreislauf geschlossen und ein Ton entsteht. Dieser wird über Lautsprecher ausgegeben.

Der Lehrerstalker
Wir haben uns in der Problemfindungsphase überlegt, dass Schüler*innen unnötig oft am Lehrer*innenzimmer klopfen und die Lehrkräfte dann genervt sind. Also hatten wir die Idee, dass die Schüler*innen von außen erkennen müssen, welche Lehrkräfte sich im Raum befinden. Um dies zu ermöglichen, haben wir ein Modell für zwei Lehrer – mit jeweils einem Chip pro Lehrer und drei LEDs pro Lehrer – gebaut. Die LEDs leuchten normal rot und zeigen an, dass der Lehrer nicht da ist. Hält ein Lehrer dann den Chip an einen Scanner, geht dadurch die grüne LED an, welche man nun außen am Lehrer*innenzimmer sieht und bedeutet, dass der Lehrer da ist. Hält man den Chip nochmal an den Scanner, geht die gelbe LED an, welche zeigt, dass der Lehrer beschäftigt ist und nur im Notfall gestört werden darf. Beim dritten Mal geht wieder die rote LED an.

Der Abkratzer
Die Idee zum Abkratzer hatten wir, da unter den Tischen immer Kaugummis kleben. Deshalb wollten wir einen Roboter bauen, der die Kaugummis abkratzt. Also haben wir uns zusammengesetzt und Ideen gesammelt, wie unser Roboter aussehen könnte. Nach der Ideenfindungsphase begannen wir mit dem ersten Bauversuch. Unsere ersten Versuche das Gehäuse für den Motor zu bauen, scheiterten. Irgendwann hatten wir eine Phase, in der wir nicht mehr weiter machen wollten. Wir rafften uns aber wieder auf und hatten unser Endergebnis schließlich am dritten Tag in der Hand. Der Abkratzer fährt über den Tisch und kratzt unterhalb des Tisches die Kaugummis ab.

Der Esselniator
Unser Problem: Aufzeigen und Drannehmen im Unterricht ist sehr abhängig von der Lehrkraft geworden. Unsere Lösung: Eine Konstruktion und eine App, von der aus man als Schüler*in den eigenen Namen und die Art der Meldung angeben kann. Das Angegebene wird via Bluetooth übertragen und erscheint in richtiger Reihenfolge auf dem Bildschirm der Konstruktion. Die Lehrkraft sieht nun, wer eine Frage, Antwort oder Sonstiges hat und in welcher Reihenfolge die Schüler*innen dranzunehmen sind. Für die Zukunft wollen wir auch einstellen, dass die Lehrkraft sieht, wie oft man sich gemeldet hat und wie gut der Beitrag war.

Pfandtastisch
Wie man schon im Modellnamen hört, handelt es sich um ein Pfandsystem speziell für unsere Schulmensa und die Anwesenheit dort. Da unsere Mensa besonders in den kalten Winterpausen voll ist, obwohl nur wenige Schüler*innen wirklich einen Snack kaufen wollen, hatten wir die Idee, ein Pfandsystem zu entwickeln, wodurch das Problem gelöst werden kann. Die Vorgehensweise ist folgendermaßen: Zuerst muss jeder, der die Mensa betreten möchte, 50 Cent in den Automaten werfen. Dadurch wird ein 15-Minuten gültiger 50 Cent Bon gedruckt und die Tür geöffnet. Kauft man etwas, werden bei Abgabe des Bons 50 Cent vom regulären Preis abgezogen. Kauft man dagegen nichts, hat man 50 Cent für verschiedenste Schulzwecke gespendet.

Die Ausleihmaschine
Wir kamen auf die Idee der Ausleihmaschine, als wir über verschiedene Probleme in unserem Schulalltag nachdachten. Die Probleme waren:

  1. Neue Tischtennisplatten, für die die Schüler*innen selbst Schläger und Bälle mitnehmen müssen.
  2. Wenn es bei Schulende regnet, wird man auf dem Weg zum ZOB sehr nass.
  3. Manchmal vergisst man sein Mäppchen und niemand möchte einem einen Stift leihen.

Modellhaft haben wir die Maschine für Kugelschreiber gebaut. Sie funktioniert wie folgt: Wenn man eine der registrierten Chipkarten an den Scanner hält, kann man einen der Knöpfe drücken, um sich einen Stift ausgeben zu lassen. Zu Rückgabe des Stiftes muss man die Chipkarte wieder an den Scanner halten und den anderen Knopf drücken. Dann öffnet sich eine Luke am hinteren Teil der Maschine und man kann den Stift mithilfe eines Rutschsystems wieder in das System einführen. In die Maschine passen rund fünf Stifte.

In Zukunft möchten wir die Maschine zu einem System umbauen, das auch Tischtennisschläger verleihen kann. Außerdem möchten wir den Programmcode erweitern, so dass alle Schüler*innen eine eigene Chipkarte und ID bekommt und das System nachverfolgen kann, wer wann etwas ausgeliehen und ob er es zurückgegeben hat.

Zwei Schüler stehen vor einem Plakat, dass an einer Stellwand hängt. Darauf kleben bunte Haftnotizen.
Beim Brainstorming während der Ideenfindungsphase rauchen die Köpfe.
Zwei Schüler bauen gemeinsam an einem Modell aus Pappe.
Dann starten alle voller Motivation in die Hackingphase.
Zwei Schüler sitzen konzentriert vor einem Laptop. Ein Mentor schaut ihnen über die Schulter.
Programmieren gehört natürlich auch dazu!
Zwei Schülerinnen stecken Kabel an einen Mikrocontroller
Jedes Kabel am richtigen Ort!
Zwei Schüler stecken konzentriert Kabel zusammen. Eine Mentorin schaut ihnen dabei zu.
Dabei ist auch Präzision gefragt. Unsere Mentorin hilft, wenn es nötig ist.
Eine Gruper Schüler*innen hält einen slebst gebauten kleinen Kasten in der Hand. Hinter ihnen hängt ein Präsentationsplakat.
Geschafft! Sieben Hacks sind in Bitburg entstanden. Die Gruppen präsentieren stolz ihre Prototypen bei der Abschlusspräsentation.

Ein Bericht von Lena Kurtze, Lena Schauster, Lana Hahn und Edona Sulejmani über die ersten Hackdays am St.-Willibrord-Gymnasium

Wir, das sind die Medienscouts des St.-Willibrord-Gymnasium, pflegten und füllten als Medienteam die sozialen Netzwerke und die Schulwebsite während der Hackdays mit Bildern und Texten. Dabei konnten wir die ganzen drei Tage die Arbeit der Schüler*innen der 9a verfolgen und müssen sagen, dass dies ein sehr tolles Projekt war. Wir konnten beobachten, wie die Schüler*innen mit großem Interesse und viel Freude an ihren Projekten arbeiteten. Mit kreativen Ideen wie einem Müllroboter, einem Türöffnungssystem, einem Schreibwaren-Automat, einem Mensabewertungssystem, einer Ampel oder einem elektronischen Tafelwischer bewiesen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9@ ihr naturwissenschaftliches Talent. Dabei waren die Mentor*innen eine große Hilfe, da sie mit ihrem Wissen den Jugendlichen bei Problemen und Fragen zur Seite stehen konnten. Am ersten Tag trugen die Schüler*innen ihre Ideen in Gruppen zusammen und begannen danach an ihren Projekten zu arbeiten.

Ein Marktplatz der Ideen

Der nächste Tag startete mit einer Präsentation der Firma Tesla Grohman aus Prüm. Dabei konnten wir einiges über die Arbeit dort erfahren und wurden über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten am Standort Prüm informiert. Weiter ging es dann hauptsächlich mit der Arbeit an den „Hacks“.

Der dritte und letzte Tag stand für die Präsentationen der kreativen Ergebnisse zur Verfügung. Hier gestalteten die Schüler*innen ihren eigenen Marktstand mit Plakaten zum Entstehungsprozess ihrer Hacks, welche sich die Eltern danach anschauen konnten. Die Präsentation startete mit Grußworten des Schulleiters Dr. Andreas Merzhäuser und mit einigen allgemeinen Informationen zum Projekt durch die Mentor*innen. Nach kurzen Vorführungen der Projekte durch die Schüler*innen konnten sich die Eltern dann selber ein Bild machen. Es war bemerkenswert, mit welcher Konzentration und Motivation die Teams ihre Projekte fertigstellten. Auch war es erstaunlich, dass sie in nur drei Tagen ihre Prototypen bauten und ein sehenswertes Ergebnis am letzten Tag ihren Eltern präsentieren konnten.

Wir empfinden dieses Projekt als sehr hilfreich, sowohl für die teilnehmenden Schüler*innen, als auch für uns. Durch die Beobachtung der drei Tage konnten wir als Medienteam es uns sehr gut vorstellen, beim nächsten Mal selbst mit zu tüfteln. Auch hatten wir den Eindruck, dass die Schüler*innen mit viel Freude an den Projekten arbeiteten und viele ebenfalls der Meinung sind, bei diesem Projekt noch einmal mit machen zu wollen, wenn es möglich wäre.

Die Medienscouts des St.-Willibrod-Gymnasiums ist eine AG. Wenn Schüler*innen Fragen oder Probleme zum Thema Mediennutzung haben, können sie die Medienscouts ansprechen. Die AG hält regelmäßig Vorträge an der Schule zum Umgang mit Sozialen Medien und gibt Tipps zu Datenschutz. Während der Hackdays berichteten sie auf den Instagram- und Facebook-Profilen der Schule sowie auf der Schulwebseite über die Veranstaltung.

Schülerinnen und Schüler beschreiben Plakate auf einer Stellwand
Die Ideenfindungsphase in Bitburg.
Eine Schülerin präsentiert eine Skizze an einer Stellwand.
Danach stellen sie ihre favorisierten Ideen vor.
Zwei Jugendliche suchen elektronische Bauteile aus Koffern und Dosen heraus.
Haben sich alle in Teams zusammengefunden, startet die Arbeitsphase mit der Auswahl der Materialien aus den Koffern.
Schülerinnen und Schüler sitzen an Gruppentischen und arbeiten an Projekten.
Konzentriertes Tüfteln im Team.
Ein Modell einer Kreuzung aus Pappe. Man sieht die Verkabelung, LEDs und eine Laptop, der die Elektronik steuert.
Die Hackdays enden mit der Präsentation der Prototypen: Hier das Ampelsystem, das den Verkehr vor der Schule neu regeln soll.
Ein Modell einer Tafel und ein Holzgerüst, an dem ein Schwamm und ein Abzieher befestigt sind.
Ein automatischer Tafelwischer soll zukünftig das lästige Säubern der Tafeln übernehmen.
Vier Schüler sitzen vor einem Bildschirm, auf dem einer selbstgebaute Kamera installiert ist.
Das Mensa-Bewertungssystem kann auch Fotos der zufriedenen Mensagäste machen.
Ein umgebauter Handstaubsauger steht auf einem Tisch. Dahinter eine Stellwand mit Plakaten, die diesen Hack erklären.
"Cleany" soll dabei helfen die Flure und Klassenzimmer sauber zu halten.
Ein Modell aus Pappe, in das vorne eine Tor eingelassen ist. Man sieht Kabel und ein Tastenfeld.
Das Modell eines automatischen Türschlosses, das die zahlreichen Schlüssel der Schule ersetzen soll.
Ein Mädchen fotografiert mit einem Tablet wie ein anderes Mädchen ein Modell eines Automaten bedient.
Das Medienteam der Schule begleitet die Hackdays und hält die Funktion der Hacks fest, auch die des Schreibwarenautomaten.
Schüler und eine Frau beugen sich über einen Bildschirm. Ein Junge deutet auf den Bildschirm.
Die Abschlusspräsentation ist öffentlich. Viele Gäste nutzen die Gelegenheit, um sich über die entstandenen Hacks zu informieren.