MYS @ Maker Faire Berlin 2019

Mit Schul-Hacks im Gepäck: Auf zur Maker Faire Berlin

Löten, bauen, schrauben, kleben, pflanzen, hämmern, schmieden, musizieren – bei der Maker Faire 2019 in Berlin haben diese Sachen eins gemeinsam: Alle können sie ausprobieren! So auch die Hacks der Jugendlichen, die Make Your School am Stand präsentiert.

Mit digitaler Bildung kenne ich mich durch meine Arbeit im Projekt Junior Science Café schon aus. Die Welt der Maker, Hacker, Coder und Tüftler ist für mich noch neu. Wo könnte ich sie besser kennenlernen als bei einem Festival, wo Kreative, Programmiererinnen und Bastler sich gegenseitig übertrumpfen und „Ausprobieren statt Anschauen“ das oberste Gebot ist?

Schon als ich mich am 19. Mai dem FEZ (Freizeit- und Erholungszentrum) im Osten Berlins nähere, höre ich ein Pferd trampeln und schnaufen – jedoch sehe ich keines. Ich muss den Kopf erst in den Nacken legen, um zu der Schnauze des riesigen metallenen Pferds hinaufschauen zu können. Es ist so groß, dass ich es fast übersehen hätte. Ein erster Vorgeschmack auf das, was mich hinter den selbst gehäkelten Wimpeln im Inneren des Gebäudes erwartet.

 

Jung und Alt, digital und analog: Die Makerbewegung ist vielfältig

Die Vielfalt des Treibens ist beeindruckend. Roboter, von käferklein aus Zahnbürstenköpfen bis übermenschengroß aus Resten zusammengeschustert, wuseln zwischen den Gästen umher. Es blinkt, piepst, rattert, wummert und dampft. Diese Gäste verhalten sich ganz anders als ich es bisher gewohnt war: Hier wird angepackt, ausprobiert und – na, klar – selbst gemacht!
Kinder programmieren neben Erwachsenen jeden Alters ihr digitales Namensschild, erfahrene Tüftler lernen gemeinsam mit Neulingen in der Maker Szene etwas über Bohnenanbau oder basteln postapokalyptischen Schmuck. Auch jene Maker, die einen eigenen Stand haben, greifen ab und an zum Schraubenzieher: Denn wenn Prototypen präsentiert werden, kann sich schon mal ein Kabel lösen oder etwas aus unerfindlichen Gründen nicht mehr funktionieren. Dann stecken Ausstellende und Gäste die Köpfe zusammen und haben dieselbe Mission: Das Problem zu lösen, sei es digital oder analog, mit Nadel und Faden oder mit Computer und Code.

 

Echte Schul-Hacks begeistern unsere Standgäste

In diesem bunten Treiben haben wir unseren Make Your School-Stand aufgebaut. Auch bei uns brummt und raschelt es. Im Smart Classroom-Modell einer Schülerinnengruppe der Leibniz-Schule in Berlin summt ab 25 Grad der Ventilator. Nebenan befördert der Mülltrenner vom Albrecht-Dürer-Gymnasium auf Knopfdruck die Plastikfolie knisternd in den gelben Behälter. Die Schülerinnen und Schüler haben uns ihre Hacks für die drei Tage geliehen als Beispiele für ausgefeilte Prototypen, die während der Hackdays entstehen. An unserem Stand komme ich mit vielen Gästen ins Gespräch und lerne so die Menschen kennen, die die Maker Szene formen und ausmachen. Da sind Jugendliche, die gleich an unserem Stand Ideen entwickeln, wie sie ein Problem an ihrer Schule lösen könnten, Kreative oder Programmiererinnen, die dafür brennen als Mentorinnen oder Mentoren Teil von Make Your School zu werden oder uns mit Ideen und Tools aus ihren Projekten inspirieren.

 

Offenheit, Gemeinschaft und Spaß an kreativer Problemlösung und dem Ausprobieren von Neuem – das ist der Eindruck, den ich bei der Maker Faire von der Maker Szene gewonnen hab. Das macht mir Lust auf mehr und ich freue mich als Teil von Make Your School gemeinsam mit den Jugendlichen tiefer in diese bunte und kreative Welt einzutauchen.

Babette Jochum ist seit dem 1. April 2019 bei Make Your School. Vorher arbeitete sie beim Junior Science Café, ebenfalls ein Projekt von Wissenschaft im Dialog. Dort hat sie sich viel mit digitaler Bildung beschäftigt. Ihr erstes Eintauchen in die Maker Szene beschreibt sie hier.

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