Das digitale Maker Festival 2.0

Kann das Maker Festival 2021 wieder vor Publikum stattfinden? Diese Frage stand lange im Raum. Aber dann fiel im Frühjahr der Entschluss und am 10. und 11. September 2021 war es dann so weit: Das Maker Festival ging in seine zweite digitale Runde.

Zugegeben: Wir waren auf diesen Schritt ins Digitale bereits vorbereitet. Schließlich hat uns das letzte Jahr gelehrt, immer einen guten Plan B parat zu haben. Zudem hatten wir sehr viel mehr Vorlaufzeit, um das passende digitale Programm für einen Livestream zu organisieren. Und dank der guten Erfahrungen mit der digitalen Maker Woche 2020, gingen die Vorbereitungen für das zweite virtuelle Festival leichter von der Hand.

Seit dem ersten digitalen Festival hat sich außerdem viel getan. Das Publikum ist mit Livestream-Veranstaltungen vertrauter als noch zu Beginn der Pandemie und auch die technische Begleitung von digitalen Formaten hat sich verbessert. Für uns hieß es also: Ärmel hoch und ran an die Arbeit – für eine noch buntere Ausgabe des digitalen Maker Festivals!

Vorhang auf, Bühne frei, Livestream on air!

Für den Livestream haben wir unsere Zelte für zwei Tage in der Forum Factory in Berlin aufgeschlagen. Gemütlich eingerichtet zwischen Topfpflanzen und Wimpelketten gab es auf der Festivalbühne ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Gesprächen, Tüfteleien zum Mitmachen und die besten Hacks von Make Your School. Manche unserer Programmbeitragenden waren mit uns vor Ort, andere waren live zugeschaltet. Es gab also einen bunten Mix zu sehen!

Aber das Maker Festival fand vor allem draußen an den heimischen Bildschirmen statt. Ob per YouTube-Chat oder digitaler Abstimmung: Durch Fragen, Kommentare, Votings standen wir im regen Austausch mit dem virtuellen Publikum.

Am ersten Festivaltag wurde das Making als alternative und freie Lernform genauer unter die Lupe genommen. Für unsere Community in Wissenschaft und Bildung gab es eine Keynote von Erziehungswissenschaftlerin Sandra Schön. Sie sprach darüber, warum Maker Education für jungen Menschen unsere Welt nachhaltig besser machen kann.

Aber ist die Schule der richtige Ort für die Maker Education? Welch Kompetenzen wollen wir als Gesellschaft fördern? Wie spielerisch darf und muss Lernen sein? Diese Fragen wurden anschließend von Christine Kolbe, Mansur Seddiqzai und Dominic Wist diskutiert, die jeweils ihre Erfahrungen aus Wissenschaft, Schulpraxis und Wirtschaft ins Podium zusammenbrachten. Dabei war besonders spannend: Das Publikum konnte live beim Graphic Recording zuschauen, wie sich alle Ideen und Geistesblitze des Abends in Zeichnungen verwandelten. Dieses schöne Format nehmen wir sicher gerne mit in die kommenden Ausgaben des Festivals.

Geballter Maker-Spirit an Tag 2

Am zweiten und finalen Tag des Festivals ging es dann ums praktische Hacken, Ausprobieren und Mut: Die Gründerinnen des Social Developers Club, Julia Heidinger und Sabrina Jodexnis, sowie der YouTuber Chris Figge teilten ihre Tipps und Tricks dazu, wie man sich die Welt ertüftelt – mit Coden, Basteln und Bauen. Ihre Botschaft: Teste euch aus, macht weiter nach Misserfolgen und kauft immer ein Ersatzteil mehr als nötig!

Wir wollten diesen kreativen Maker-Spirit natürlich auch wieder ganz praktisch an das Publikum vermitteln. Doch wie Workshops anbieten, wenn alle zu Hause sind? Gut, dass es Michael und Paul von Creators Collective gibt. Die beiden sind bereits seit Beginn von Make Your School in verschiedenste Entwicklungen des Projekts eingebunden und haben sich auch dieses Mal etwas tolles ausgedacht: Für das Maker Festival 2021 entwickelten sie einen Hack, den man einfach nachbauen kann und der den Ideen vieler Schüler*innen, die an unseren Hackdays teilnehmen, nachempfunden ist: Einen intelligenten Mülleimer – damit wird Müllentsorgung spielerisch einfach. Wie das genau funktioniert, erklärt Paul Schritt für Schritt in mehrteiligen Mitmach-Videos. Wer das Festival verpasst hat, findet die Anleitungen samt Materialliste auf dem YouTube-Kanal von Make Your School.

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Wer wird Publikumsliebling?

Beim großen Finale des Maker Festivals präsentierten schließlich sechs Schüler*innenteams – aus ganz Deutschland live zugeschaltet – ihre Make-Your-School-Hacks und stellten sich den Fragen des Publikums. Die Kreativität und Ideenpalette der Hacks war einfach beeindruckend: Die Erfindungen reichten vom elektrischen Türschild gegen störenden Besuch im Home-Schooling, Kommunikationsverschlüsslung für den Nachrichtenaustausch, digitale Lösungen für unübersichtliche Schulpläne, Warnanlage gegen dicke Luft im Klassenzimmer bis hin zum intelligenten Pflanzentopf mit Bewässerungssystem. Am Ende kürten die Zuschauer*innen den „Auto-DS+“ – einen automatischen Desinfektionsmittelspender der zugleich das Raumklima überprüft und die Anzahl der Menschen im Raum meldet – in einer digitalen Live-Abstimmung zum Publikumsliebling. Das Team aus Schwäbisch Gmünd gewann neben dem Make-Your-School-Award auch einen Workshop in einem Makerspace und eine kleine Finanzspritze, um ihren Hack noch weiter auszubauen.

Eine Frau und zwei Männer sitzen auf einer Bühne und schauen sich an. Rechts daneben sitzt eine Moderatorin und stellt eine Frage
Zum Thema: "Making in der Schule" diskutierten auf dem Podium Christine Kolbe (Projektentwicklerin mediale pfade), Mansur Seddiqzai (Lehrer und Autor für „Zeit Online“) und Dominic Wist (Software Engineer). Moderation: Susan Zare
Links sitzen zwei junge Frauen auf der Bühne, rechts von ihnen sitzt die Moderatorin
Sabrina Jodexnis und Julia Heidinger sind Software-Entwicklerinnen und haben den Social Developers Club gegründet.
Wir sehen den Rücken eines Mannes, der vor zwei großen Bildschirmen sitzt und darin das Geschehen auf der Bühne überwacht.
Die Schaltzentrale: Damit im Livestream alles läuft.
Ein junger Mann mit Kappe und Kaputzenpullover steht am Redepult. Vor ihm ein silberfarbener Laptop mit vielen Stickern darauf
YouTuber und Chris Figge erzählt mit einem Augenzwinkern, wie er sich ans Ziel scheitert und gibt hilfreiche Tipps für alles Tüftler*innen vor den Bildschirmen.
Zwei Jungs präsentieren ihren Hack . Sie sind online zugeschaltet und halten ein Bauteil, einen kleinen Motor, in die Kamera.
Jugendliche aus ganz Deutschland präsentieren ihre Hacks...
Auf einem Bildschirm sieht man das Innere eines Hacks: Kabel und Sensoren mit Klebeband in einem Karton befestigt.
... genau erläutern sie, welches (Schul-)Problem sie damit lösen wollen...
Man sieht das Pappmodell eines Zimmers. Darin ist allerlei Elektronik verbaut.
... und aus welchen Bauteilen ihr Hack besteht.
Der Award ist aus Holz. Vorne darauf befindet sich ein Platinenmuster in die Aufschrift: Maker Festival 2021 - Publikumspreis
Am Ende wurde der Make-Your-School-Award verliehen!

 

 

Die Ideen der Teams und die unterschiedlichen Prototypen waren mal wieder beeindrucken! Und es hat sehr viel Spaß gemacht, diese zwei Tage ganz im Zeichen von Hacking und Making zu verbringen. Schon jetzt steigt wieder die Vorfreude aufs nächste Jahr. Wir hoffen, dass wir ein großes Festival vor Ort steigen lassen können. Aber wie es sich auch entwickeln wird: Wir sehen uns sicher wieder – am 10. September 2022!

Das ganze Programm des Maker Festivals gibt es auf unserem YouTube-Kanal zum Nachschauen.

Ihr wollt mehr über das Maker Festival erfahren? Dann klickt mal auf die Seite des Maker Festivals.

organisiert hauptverantwortlich das Maker Festival und betreut die Schüler*innen beim Wettbewerb.