Digitales Klassenzimmer: Zwischen Schreibtisch und Werkstatt

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie war es für unsere Schule, das Julius-Echter-Gymnasium in Elsenfeld, nicht möglich die Hackdays dieses Jahr in der Schule durchzuführen. Aber die Schulleitung ließ sich dadurch nicht unterkriegen: Make Your School bietet jetzt auch Remote-Hackdays an und so verlegten unsere Lehrkräfte das Projekt ins Home-Office!

Dieser Umstand brachte sowohl einige Chancen als auch Probleme mit sich, da man seine Co-Hacker nur über einen Bildschirm sehen konnte. Da wir bereits ein 2019 an den Hackdays teilgenommen haben, möchten wir von unseren Erfahrungen mit den Remote-Hackdays berichten und diese mit den Hackdays vor Ort an der Schule vergleichen.

Der Ablauf

Zu Beginn wurden alle Teilnehmenden in einer Videokonferenz versammelt und in einer kurzen Einführung zum Programmieren in die Materie eingewiesen. Dank der Mentor*innen war dies sehr gut zu verstehen. Dann ging es auch schon in die Ideenfindungsphase, in der wir uns über Lösungen für die Probleme des Homeschooling-Alltags den Kopf zerbrachen. Mithilfe des Online-Whiteboards „Mural“ wurden Ideen zu einem Konzept formuliert und die Gruppen in Breakout-Rooms eingeteilt. Der Spaß begann und wir tüftelten bis in den späten Nachmittag. Einige Teilnehmende, inklusive unseres Teams, arbeiteten noch bis abends fleißig daran die Hacks auszuarbeiten. Am Ende des ersten Tages waren unsere Prototypen – sogenannte Hacks – wie ein Lüftungssystem, ein Coronatest-Helfer, ein sensorgesteuerter Seifenspender mit Stoppuhr bereits mitten in der Entwicklungsphase.

Ein Junge schraubt mit einem Akkubohrschraube eine Schraube in eine Holzgehäuse.
Hier ist Präzision gefragt: Philip baut das Gehäuse zusammen.

Auf den Bildern ist unser eigener Hack zu sehen. Zunächst das Gehäuse unseres Hacks: Ein Timer mit Bildschirm für die Coronaselbsttests in der Schule.

Er funktioniert folgendermaßen: Man drückt auf den Knopf, dann läuft auf dem Bildschirm ein Timer von einer Minute ab. Danach gibt es einen Piepton. Wenn man den Knopf erneut betätigt, geht ein Timer über 15 Minuten los, die Zeit läuft auf dem Bildschirm ab und es ertönt erneut ein Piepton. Außerdem ist in dem Gehäuse ein Müllbehälter und eine Halterung für die Testhülsen mit der Testflüssigkeit.

Das andere Foto zeigt die Technik unseres Hacks, fertig im Gehäuse verbaut.

Verschiedene Kabel und ein Mikrocontroller sind in dem Holzgehäuse zu sehen. Eine grüne LED leuchtet auf.
Die Technik ist im Gehäuse verbaut. Der Mikrocontroller lässt die grüne LED aufleuchten.

Der zweite Tag begann mit einem Kick-Off durch die Mentor*innen und leitete so die nächste Hacking-Phase ein. Mit viel Geduld und fachlicher Kompetenz wurden wir stets von ihnen unterstützt. Nach Fertigstellung des Codes und der Handwerksarbeit ging es an das Vorbereiten der Präsentation, bei der die Hacks allen Teilnehmenden vorgestellt wurden. Zum Abschluss gab es noch eine kurze Rede der Mentor*innen und eine Einladung zum Maker Festival sowie zum Alumni-Netzwerk.

Analog vs. Digital

Als sie noch in der Schule stattfanden, war der Ablauf der Hackdays ähnlich. Doch statt eines kleinen Material-Kits, stand uns damals ein großes Materialkoffer-Set mit Kabeln, Platinen, Sensoren und Werkzeug zur Verfügung. Da dies während der Remote-Hackdays nicht zugänglich war, mussten wir auf das etwas kleinere Sortiment des uns überreichten Sets (das alle von uns erhalten haben und das wir behalten durften) und auf die Materialien von zuhause zurückgreifen. Aufgrund begrenzter Möglichkeiten wurde das Bauen bei manchen Gruppen in den Hintergrund gedrängt. Auch konnten wir am Ende der Abschlusspräsentation die Hacks der anderen Gruppen nicht selbst testen, sondern müssen uns damit, bis sie in der Schule ausgestellt werden können, gedulden.

Ein Junge fixieret mit einer Schraubzwinge ein Holzstück vom Gehäuse.
Tüfteln geht auch von zu Hause aus: Nick benutzt bei den Remote-Hackdays schwere Werkzeuge.

Die Remote-Variante barg allerdings auch Möglichkeiten: Neben einer einzigartigen Herausforderung gab es eine besser organisierte Betreuung, da durch das Nutzen der Breakout-Rooms eine Ordnung geschaffen wurde, die im Schulgebäude nur schwer umsetzbar war. So konnten sich die Mentor*innen mit Leichtigkeit zu den einzelnen Gruppen zuschalten, um schnell eventuelle Fragen zu beantworten und die Teilnehmenden zu Höchstleistungen anzuspornen. Dadurch, dass die Gruppen alle Materialien bereits zu Hause hatten, war die Möglichkeit gegeben auch nach dem Ende des ersten Veranstaltungstages weiter an den Hacks zu werkeln. Diese Chance blieb bei den Wenigsten ungenutzt und war bei den normalen Hackdays durch die Ortsgebundenheit an die Schule nicht möglich. Die einzelnen Gruppen konnten sich während der Hackingphase nicht in die Quere kommen und gegenseitig ablenken, was zu einer erhöhten allgemeinen Produktivität und Konzentration führte. So ließ sich die um einen Tag gekürzte Veranstaltungsdauer mühelos kompensieren.

Fazit

Schlussendlich zeigte sich, dass beide Varianten der Hackdays ihre Vor- und Nachteile haben. Unserer Meinung nach bevorzugen sowohl wir als auch unsere Gruppe, die Präsenzveranstaltung schon aufgrund der Freude an der Teamarbeit und dem Gemeinschaftsgefühl beim Lösen von Problemen. Nicht zu vergessen der kulinarischen Köstlichkeiten ;-).

Wir bedanken uns, für die gleichermaßen lustigen und lehrreichen Tage, die wir zusammen verbringen durften, beim gesamten Make-Your-School-Team und hoffen auf eine analoge Form der Hackdays im nächsten Jahr.

sind Schüler der 11. Klasse am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld und nahmen 2019 an den Hackdays ihrer Schule und dieses Jahr an den Remote-Hackdays teil.